09.03.2026, Tulbing
Natur im Wandel: Große Resonanz bei Informationsabend zu invasiven Neophyten im VAZ Tulbing. Über 120 Gäste informierten sich über Herausforderungen und Lösungsansätze.
Mehr als 120 Besucherinnen und Besucher folgten am 9. März der Einladung der KLAR Regionen Tullnerfeld OST und Wagram sowie Markus Bläuel (Neophytenmanagement Mauerbach / Tulbing) zur Informationsveranstaltung „Natur im Wandel – Invasive Neophyten als Herausforderung für unsere Artenvielfalt“ im VAZ Tulbing.
Die Ziele des Abends waren: Wissen teilen – Zusammenarbeit stärken – Handeln ermöglichen
- Informieren: Was invasive Neophyten sind und warum sie uns alle betreffen.
- Verbinden: Gemeinden, Landwirtschaft, Bauwirtschaft und Bevölkerung zusammenbringen.
- Lösungen zeigen: Praktische und bewährte Wege zur Eindämmung invasiver Arten vorstellen.
- Handeln starten: Frühzeitig aktiv werden, bevor sich Probleme weiter verschärfen.
Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden, Institutionen sowie zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region nutzten die Gelegenheit, sich über Ursachen, Auswirkungen und mögliche Gegenmaßnahmen zu informieren. Die große Teilnahme – Gäste reisten unter anderem aus St. Pölten, Floridsdorf, Kirchberg am Wagram oder Altlengbach an – zeigte deutlich, wie präsent das Thema bereits in der Region ist.
Breites Interesse und gemeinsames Ziel
Durch den Abend führte Moderator Christian Laudenbach. Tulbings Bürgermeisterin Anna Haider begrüßte die zahlreichen Gäste und bedankte sich besonders bei Markus Bläuel, der als Tulbinger die Initiative für die Veranstaltung ergriffen hatte. Auch Andreas Weiß vom UNESCO Biosphärenpark Wienerwald betonte in seinem Eingangsstatement die Bedeutung, die einzigartige biologische Vielfalt der Region langfristig zu erhalten. Eine interaktive Abfrage unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigte zudem, dass viele invasive Pflanzenarten bereits aus der eigenen Umgebung bekannt sind.
Fachinputs aus Wissenschaft und Praxis
Podiumsdiskussion: Erfahrungen aus Praxis, Forschung und Verwaltung
In der anschließenden Podiumsdiskussion brachten mehrere Expertinnen und Experten ihre Perspektiven ein.
- Edwin Herberger aus Neulengbach berichtete aus der praktischen Arbeit im Gelände. Trotz oft kleiner Teams konnten durch kontinuierliche Pflege zahlreiche Staudenknöterich-Bestände zurückgedrängt oder sogar vollständig entfernt werden – entscheidend seien Ausdauer und langfristige Betreuung der Flächen.
- Christoph Plutzar von der Kommunalkredit Public Consulting stellte den Biodiversitätsfonds des Bundes vor. Über dieses Förderinstrument können Projekte zur Eindämmung invasiver Arten finanziell unterstützt werden, eine neue Ausschreibungsrunde wird im Frühjahr erwartet.
- Bernhard Haidler von „Natur im Garten“ betonte die wichtige Rolle privater Gärten. Viele invasive Pflanzen hätten ihren Ausgangspunkt als Zierpflanzen in Gärten gehabt. Information und Prävention seien daher zentrale Maßnahmen, gleichzeitig sprach er sich für strengere gesetzliche Regelungen beim Verkauf problematischer Arten aus.
- Barbara Moser vom Verein WurzelWerk hob die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit hervor. Durch Projekte, Medienarbeit und Beispiele für alternative Nutzungsmöglichkeiten – etwa von Staudenknöterich als Farbstoff oder für medizinische Wirkstoffe – könne das Thema stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht werden.
- Auch der UNESCO Biosphärenpark Wienerwald beschäftigt sich intensiv mit invasiven Pflanzen. Direktor Andreas Weiß und Johanna Scheiblhofer berichteten über die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Initiativen und Organisationen, um Erfahrungen auszutauschen und Maßnahmen besser zu koordinieren.
Auftakt für weitere Aktivitäten in der Region
Die Veranstaltung wurde von Markus Bläuel (Neophytenmanagement Tulbing & Mauerbach) und Rupert Wychera (KLAR! Tullnerfeld OST) organisiert, in Kooperation mit Stefan Czamutzian (KLAR! Wagram), dem UNESCO Biosphärenpark Wienerwald sowie weiteren Partnerorganisationen. Ziel des Abends war es, Wissen zu bündeln, regionale Initiativen zu vernetzen und neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen.
Der Informationsabend bildete zugleich den Auftakt für weitere Aktivitäten in der Region. In den kommenden Monaten sind mehrere lokale Termine und gemeinsame Aktionstage geplant, bei denen konkrete Flächen bearbeitet werden. Ein erster Einsatz in Tulbing ist für Anfang Mai vorgesehen, weitere Veranstaltungen sind auch in Mauerbach geplant.
Beim anschließenden regionalen Buffet nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum Austausch mit den Referentinnen und Referenten. Die Veranstaltung machte deutlich: Der Umgang mit invasiven Pflanzenarten wird zunehmend zu einer gemeinsamen Aufgabe von Gemeinden, Naturschutz, Landwirtschaft und Bevölkerung – und erfordert langfristiges Engagement sowie Zusammenarbeit vor Ort.
Für die Verpflegung sorgten regionale Unterstützer: Fingerfood vom Berghotel Tulbingerkogel und von Familie Königsecker sowie Getränke von Firma Gratzl und dem Heurigen Familie Eckerl. Als Dankeschön erhielten die Referentinnen und Referenten Olivenprodukte der Firma Mani Bläuel. Vielen Dank für die tolle Unterstützung!



